Seite drucken
75
  
Quelle: Wikipedia André Karwaht aka
Bakth Singh - ein herausfordernder Diener Gottes
Bakht Singh gehört zu den herausfordernsten Christen im 20. Jahrhundert. Er wurde 97 Jahre alt. Er besass nur seine Kleider, seine Bibel und ein Bett. Er soll in Indien an der Gründung von Hunderten von Gemeinden beteiligt gewesen sein. An seine Beerdigung kamen über 600'000 Menschen.

hg.Singh wurde 1903 im indischen Punyab (dem späteren Pakistan) geboren. Sein Vater war ein reicher Bauunternehmer und liess seinen Sohn als Sikh erziehen. Mit 12 wurde er mit einem 15 jährigen Mädchen verheiratet. Das Massaker von Amritsar (1919) verstärkte nicht nur bei ihm den Hass auf die Briten und damit auf alle Christen.

Dennoch begann er später ein Maschinenbau-Studium in London, dem er im Anschluss noch ein Landwirtschaftstechnik-Studium anschloss. Er passte sich immer mehr dem westlichen Lebensstil an und gab seine religiöse Tradition auf. Nach dem Besuch eines christlichen Gottesdienstes in Kanada wollte Singh mehr von Christus wissen. Er begann die Bibel zu lesen, erkannte seine Sünde, dass Jesus für ihn gestorben war, bekehrte sich und liess 1932 taufen. In der folge sah er sich berufen, Gott als Prediger und Evangelist in Indien zu dienen. Seine Frau verliess ihn, als er Christ wurde.

Während über 50 Jahren evangelisiert Singh in Indien und machte er Vortragsreisen in Asien, Amerika und Europa. Singh polarisierte die Christen in seiner Zeit durch seinen radikalen Lebenswandel. Er war ein Mann des Gebets, der Armut und arbeitete ausserhalb von Kirchen und Denominationen.

Am 17.September 2000 starb Singh in Indien. In den Tagen von seinem Tod bis zu seiner Beerdigung erwiesen ihm über 600'000 Menschen die letzte Ehre.

Seine Arbeitsweise wird wie folgt charakterisiert (Aufstellung gemäss Wikipedia - Stichwort Bakht Singh):

  • Gebet: Er verbrachte oft Nächte oder sogar ganze Tage im Gebet, vor größeren Entscheidungen auch gemeinsam mit anderen Christen.
     
  • Bibel: Er betrachtete die Bibel als Wort Gottes. Er las die Bibel immer wieder und konnte sehr viele Bibelverse auswendig. Er erwartete von jedem Christen, dass er eine eigene Bibel besitzt. Dies ging soweit, dass er sogar Analphabeten aufforderte, eine Bibel zu kaufen.

  • Anbetung: In den Gottesdiensten wurde der Anbetung Gottes viel Zeit eingeräumt. Da sich jeder daran beteiligen sollte, konnte diese Zeit auch mehrere Stunden dauern.
     
  • Unabhängigkeit: Er selbst handelte unabhängig von anderen Kirchen und Missionsgesellschaften. Insbesondere achtete er auf die finanzielle Unabhängigkeit vom Ausland. Wo diese Unabhängigkeit gewahrt blieb, arbeitete er aber auch mit ausländischen Missionaren zusammen.
     
  • Gemeinschaft: Die Lehre von der Einheit aller Christen praktizierte er durch gemeinsame Liebesmahle. Dadurch wurden die Schranken zwischen Rassen und Kasten durchbrochen. Dies war in den christlichen Kirchen Indiens nicht selbstverständlich.

  • Besitzlosigkeit: Während seines gesamten Dienstes hatte er keinen weiteren persönlichen Besitz als seine Kleidung, seine Bibel und ein Bett. Er besaß nicht einmal ein Bankkonto.

Bakht Singh hat selbst nie ein Buch geschrieben. Es sind aber von ihm viele Predigten und Aussagen erhalten. Im Buch "Das Geheimnis erlebter Erweckung", (Schwengeler Verlag 1979) werden einige markante Aussagen von Bakth Singh wiedergegeben, die zeigen, dass er wirklich ein herausfordernder Christ war, der uns auch heute noch einiges zu sagen hat:

Im Kapitel "Die Frage der Verschwendung", Seite 10, wird über ihn geschrieben:
"Früher trug ich immer eine Menge Kleingeld bei mir, denn ich hatte die Gewohnheit, jedem, der mich um Geld bat, etwas zu geben. Als ich einmal, wie üblich, eine Münze aus der Tasche holen wollte, merkte ich, dass Gott zu mir sprach: "Das ist nicht dein, sondern Mein Geld; wer bist du, dass du so mit Meinem Geld umgehst?" Von dem Tag an war ich entschlossen, keinen Pfennig mehr auszugeben, ohne Gott um Erlaubnis zu fragen. Auch deine zeit und dein Geld gehörten Gott. Ich betrachte das Geld nie als mir gehörend und kaufe auch nie etwas, es sei denn ich habe die Gewissheit erlangt, dass Gott mit dieser Ausgabe einverstanden ist..."

In seiner direkten Art brandmarkte er christliche Führer, die sich Macht und Ruhm sichern wollen. Er war ein klarer Verfechter, dass ein Mann Gottes nie um Spenden bitten solle, weil Gott in der Lage sei rechtzeitig genug zu geben. Er glaubte, dass wenn ein Mann sich die grundlegendsten Dinge des Lebens leisten kann, er auch genug Geld hat, eine Bibel zu kaufen und dies auch tun sollte.

Ob Bakth Singh in allen Bereichen zu den richtigen Entscheidungen und Haltungen gekommen ist, ist wie immer auch eine Frage von Zeit und Ortes des Wirkens. Unbestritten ist, dass er sein ganzes Vertrauen auf Gott setzte und Gott diesen Mann in aussergewöhnlicher Weise brauchte.

In diesem Sinn ist die Auseinandersetzung mit seiner Radikalität eine gesunde Herausforderung, wieder einmal jene "christlichen" Sachverhalte im eigenen Leben zu hinterfragen, die vielleicht gar nicht so christlich oder biblisch sind und sich mehr aus dem bequemen Kontext unserer Wohlstands-Gesellschaft ergeben haben.

Weitere Artikel zum selben Thema
Jim Elliot
Di 17.04.2018
Jim Elliot
Jim Elliot landet 1956 mit vier weiteren Missionaren in Ecuador um den Aucas das Evangelium zu bringen. Sie töten ihn...
Karla Fey-Tucker - trotz Todeszelle und Hinrichtung - ein Zeugnis Gottes
Mi 28.06.2017
Karla Fey-Tucker - trotz Todeszelle und Hinrichtung - ein Zeugnis Gottes
Als Karla Faye Tucker im Februar 1998 für ihren verübten Doppelmord hingerichtet wird, ist sie bereits 14 Jahre in der Todeszelle und zehn Jahre Christin. Ihr Leben ist ein starkes Zeugnis f
Sepp - Freude vor dem Tod
Sa 04.03.2017
Sepp - Freude vor dem Tod
Sepp steht kurz vor dem Tod - aber er hat keine Angst - im Gegenteil. Er freut sich zu Jesus Christus zu kommen. Es war sein Wunsch vor seinem Tod noch dieses Zeugnis zu geben.
Sylvi - ein Geschenk des Himmels
Di 17.01.2017
Sylvi - ein Geschenk des Himmels
1998 gerät Sylvi bei einem Bahnhof-Unfall unter den Zug. Dieser Vorfall verändert ihr Leben...
Ein Neonazi findet Gott
Di 17.01.2017
Ein Neonazi findet Gott
Oliver Schalk war Punk, Holigan und Neonazi. Dann begegnete er Gott. Ein Film über ein verändertes Menschenleben.
Zac Smith - krebskrank - gestorben
Mo 28.11.2016
Zac Smith - krebskrank - gestorben
Zac Smith ist ein Mann Gottes. Gläubige Eltern, schöne Familie, ein Job in der christlichen Gemeinde. Da kommt der Krebs. Letztlich stirbt er. Macht das Sinn?
Gianna Jessen überlebte ihre Abtreibung
Sa 07.05.2016
Gianna Jessen überlebte ihre Abtreibung
Giannas Mutter war 17 und im achten Monat schwanger. Sie wollte ihr Kind abtreiben, aber die Abtreibung misslang...
Joni Eareckson Tada
Di 05.04.2016
Joni Eareckson Tada
Am 20.7.1967 springt die 17-jährige Joni kopfüber in den See und bricht sich das Genick...
Wilhelm Pahls - das Film-Porträt über den bekannten Evangelisten
Sa 14.11.2015
Wilhelm Pahls - das Film-Porträt über den bekannten Evangelisten
Wilhelm Pahls ist heute einer der bekanntesten deutschsprachigen Evangelisten. Die (Film-)Geschichte eines Motorradmechanikers, der zum Prediger wurde.
Eric Liddell - vom Olympia-Sieger zum Missionar
Sa 24.10.2015
Eric Liddell - vom Olympia-Sieger zum Missionar
Eric Liddell  wurde 1924 Olympia-Sieger, verzichtete wegen eines Sonntagsgottesdienstes auf den sicheren 100-Meter-Sieg und wurde später China-Missionar.
John Paton
Sa 26.09.2015
John Paton
Paton, Missionar aus Schottland, wirkte im 19. Jahrh. auf den Neuhybriden (Südpazifik) und beeinflusste Generationen von Missionaren...
 zurück