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(c) Wägwyser
Hälfte aller Bienenvölker gestorben!
Im letzten Winter sind in der Schweiz 50% der Bienenvölker eingegangen. Grund hierfür seien bestimmte Milbenkrankheiten und Pestizide. Die Lage spitzt sich zu. Bienen sind für 80% der weltweiten "Bestäubungsleistung" von Insekten zuständig. Fällt diese weg, müssten wir auf beinahe ales Obst und Gemüse verzichten und nicht nur das.

hg. Auch in Deutschland ist man hinsichtlich des Bienensterbens ratlos. Für Jürgen Tauz von der Universität Würzburg gibt es nicht nur eine Ursache, die zum Sterben von Bienenvölkern in diesem Ausmass sorgt: "Es ist eine hochkomplexe Angelegenheit, was die Ursache angeht... Es gibt eine ganze Liste von negativen Einflüssen."

Zu diesen negativen Einflüssen gehören gewisse Milbenkrankheiten aber zunehmend auch Pestizide. Je nach Giftart werden bis zu 85% weniger neue Königinnen hervorgebracht oder verlieren die Bienen ihren Orientierungsinn und finden den Weg zu ihrem Nest nicht mehr zurück.

Eine weitere Ursache wird in den veränderten landwirtschaftlichen Anbauungsmethoden vermutet, die für die Bienenvölkern zu einem regelrechten Nahrungsmangel führen. Bei Monokulturen etwa beschränkt sich die Blütezeit auf kurze Zeit. Raps blüht z.B. nur während drei Wochen. Nach dieser Blütezeit finden die Bienen im Sommer keine ausreichende Nahrung mehr und verhungern.

In Amerika wurde ein weiterer Feind entdeckt: Die neue entdecke Fliegenart Apocephalus borealis nistet sich in Honigbienen ein, die so befallen ebenfalls die Orientierung verlieren und zugrunde gehen.

Die Verbindung zwischen Mensch und Biene wird gerne unterschätzt. Gemäss dem Dokumentarfilm "More than honey", der ab dem 8. November in deutschen Kinos anläuft, würde der Mensch bei einem Aussterben der Bienen nur etwa vier weitere Jahre überleben.

Gerade die negativen Auswirkungen von Pestiziden könnten mit einfachen Mitteln deutlich reduziert werden. Problem bei diesen Giften ist nicht die Menge Giftstoff, die an den Pflanzen heftet, sondern der Moment, wenn die Gifte in der Luft versprüht werden. Würden die Pestizide in der Nacht versprüht, wäre ein erheblicher Teil dieses Problems zu lösen.

Quelle
Welt online vom 23.10.2012 - "Pestizide dezimieren Bienen und Hummeln"



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