Seite drucken
682
  
Quelle: Wikipedia
Königskrabben fressen die Antarktis-Region leer

Königskrabben haben sich zur Freude der Fischer in den letzten Jahrzehnten in den nordpolaren Meeren stark vermehrt. Umweltschützer beobachten die Verbreitung der gefrässigen Tiere mit Sorge. Nun wird befürchtet, dass die Krabben auch im südpolaren Raum die Meere kahlfressen.


(Quelle: Wikpedia)

hg. Die Königskrabbe - auch Monsterkrabbe genannt - kann bis 180cm gross und 10kg schwer werden. Ursprünglich kam die Spezies nur im nördlichen Japan und in den Meeren um Alaska vor. 1960 wurden die Tiere von Russland bewusst in der Barentsee ausgesetzt um die Nahrungsmittelversorgung zu sichern.

Ein Königskrabbenweibchen kann 400'000 bis 500'000 Eier legen - wovon ca. 2% (also 8'000 bis 10'000 Krabben) das Erwachsenenalter erreichen. Eine Königskrabbe kann bis zu 30 Jahre alt werden und steht an der Spitze der Nahrungskette in Meertiefen von ca. 850 Meter und darunter, wo der bevorzugte Lebensraum der Tiere liegt. Dort fressen sie alles, was ihnen in die Quere kommt.

So sehr sich die Fischer über das reichhaltige Vorkommen dieser Tiere freuen, die ihnen ergiebige Fänge sicher, so gefürchtet sind die Tiere bei Umweltschützern. Wo die Krabben leben, geht der Artenreichtum anderer Arten wie Stachelhäuter, Seegurken, Seesterne usw. dramatisch zurück.

Mittlerweile haben die Krabben erfolgreich den Norden Skandinaviens umrundet und die Nordsee erreicht. Bis vor Kurzem ging man davon aus, dass in diesen Breitengraden für die Temperatur-empfindlichen Tiere Endstation sei. Nun haben Forscher eine grosse Population von Königskrabben in der Region von Palmer Deep am Westrand der Antarktis festgestellt. Darunter hätten sich auch geschlechts- und legereife Weibchen befunden. Das könnte bedeuten, dass die Krabben bereits vor 30-40 Jahren in das südpolare Gebiet eingefallen seien.

Nun befürchten die Forscher, dass die Krabben ihr zerstörerisches Werk auch in der empfindlichen Meeres-Fauna der Antarktis tun könnten. Da die Krabben ausschliesslich in einer Meeres-Tiefe von unter 850m leben können und das antarktische Kontinentalschelf durchschnittlich nur 500m tief ist, sind die Allesfresser im Moment im Meeres-Becken von Palmer Deep "gefangen".  Diese Minimal-Tiefe brauchen die Tiere, weil es ihnen näher an der antarktischen Meeresoberfläche zu kalt wäre . Sollte die Erwärmung der Weltmeere aber weiter fortschreiten, könnte in wenigen Jahrzehnten den Krabben das ganze Schelf offenliegen.

Quelle:
Der Standard.at - "Angespülte Königskrabben fressen Antarktis-Region leer"



0 Kommentar(e) zum Thema Königskrabben fressen die Antarktis-Region leer
Einen neuen Eintrag erfassen


Weitere Artikel zum selben Thema
Warum Vögel im Flug nicht anstossen
Sa 01.12.2018
Warum Vögel im Flug nicht anstossen
Eine der lange ungeklärten Fragen der Natur war, wie Vögel bei ihren rasanten Flügen im Schwarm oder in enger Umgebung nicht mit ihrer Umwelt zusammenstossen. Erst mit neuen Techniken k
Bienensterben bedroht Welternährung
Sa 28.11.2015
Bienensterben bedroht Welternährung
18.3.2011: Die weltweiten Bienenbestände gehen dramatisch zurück. Einzelne Regionen verzeichnen bereits einen Rückgang um 85%. Gemäss UN bedroht diese Entwicklung die Welternä
NASA-Animation beweist: Die Erderwärmung nimmt dramatisch zu
Do 23.07.2015
NASA-Animation beweist: Die Erderwärmung nimmt dramatisch zu
5.2.2012: Die Erderwärmung nimmt dramatisch zu. Das zeigt eine Animation der NASA auf eindrückliche weise.
Mit der Kraft von mehr als 30 Hiroshima-Bomben
Do 07.11.2013
Mit der Kraft von mehr als 30 Hiroshima-Bomben
Der "Meteorit von Tscheljabinsk" setzte bei seinem Eintritt im Februar 2013 mehr Energie frei, als  30 Hiroshima-Atombomben.
27'000 Flüsse in China verschwunden
Mo 29.07.2013
27
China rühmt sich, mit 50'000 Flüssen das Flussreichste Land der Welt zu sein. Eine Studie aus diesem Jahr zeigt nun: 27'000 Flüsse sind verschwunden.
Nur vier Tage im Januar ohne Smog in China
Do 31.01.2013
Nur vier Tage im Januar ohne Smog in China
Seit Wochen herrscht in Peking die schlimmste Smog-Welle seitdem vor 58 Jahren mit Messungen begonnen wurde.
Hälfte aller Bienenvölker gestorben!
Mi 31.10.2012
Hälfte aller Bienenvölker gestorben!
Im letzten Winter sind in der Schweiz die Hälfte aller Bienenvölker gestorben. Grund hierfür seien Pestizide und bestimmte Milben. Die Lage spitzt sich zu.
Das Wetter wird noch extremer werden
So 06.05.2012
Das Wetter wird noch extremer werden
6.5.2012: An der alljährlichen Klimakonferenz in Berlin wurde festgehalten, dass sich die Grosswetterlage nachhaltig infolge Klimawandel verändern wird. Noch extremere Wetterphänomene s
In den Anden entsteht ein neuer Super-Vulkan
Sa 31.03.2012
In den Anden entsteht ein neuer Super-Vulkan
31.3.2012: Satellitenbilder zeigen, dass in den bolivianischen Anden ein neuer Supervulkan entsteht. Forscher sprechen von einer dramatischen Entwicklung.
Extremer Klimawandel möglich
So 31.07.2011
Extremer Klimawandel möglich
31.7.2011: Forscher aus den USA und der Schweiz haben untersucht, wie stark die globale Erwärmung im schlimmsten Fall sich entwickeln könnte.
 zurück