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(c) Wägwyser
Extremer Klimawandel möglich

Forscher aus den USA und der Schweiz haben extreme Klimamodelle entwickelt, um zu untersuchen, wie stark eine globale Erwärmung im Maximalfall sich entwickeln könnte.

hg. Mit dem "schlimmstmöglichen Auswüchsen des Klimawandels" haben sich zwei Forscherteams von der ETH Zürich und dem National Center for Atmospheric Research in Boulder (USA) auseinandergesetzt.

Bei der Berechnung ihrer Klimamodelle gingen die Wissenschaftler von den "pessimistischten Annahmen zur Entwicklung der Weltbevölkerung sowie der Energiewirtschaft und der damit verbundenen Emissionen aus.

Im ersten Szenario wurde mit einer Weltbevölkerung von 11 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2100 gerechnet. Bezüglich Energie wurde davon ausgegangen, dass die Energiequellen sich nach wie vor stark aus fossilen Stoffen zusammensetzn und der Energie-pro-Kopf-Verbrauch weiter rasant wächst. Die Forscher kamen zu folgenden Schlüssen: "Dadurch würde sich der CO2-Gehalt in den Atmosphäre gegenüber dem heutigen Wert verdreifachen. Die Folge wäre - berechnet für den Zeitraum von 1990 bis 2100 - eine Erwärmung um durchschnittlich 3,7 Grad Celsius... In der Arktis stiege die Temperatur um über 12 Grad Celsius. Das hätte zur Folge, dass die Arktis bis 2075 im Spätsommer zu 90% eisfrei wäre."1

Das zweite Szenario rechnet mit noch schlechteren Ausgangswerten. Hier wurde von einer Weltbevölkerung bis 2100 von 15 Milliarden Menschen ausgegangen und der zusätzliche Energiebedarf würde über Kohle gedeckt. In diesem Szenario würde sich der CO2 Gehalt sogar verfünffachen. Der durchschnittliche Temperatur-Anstieg würde ca. 5,1 Grad betragen. Über den Landflächen der Nordhalbkugel könnten aber die Temperaturen um bis zu 8 Grad steigen. In diesem Fall wird bereits für ab 2060 mit einer eisfreien Arktis im Spätsommer gerechnet. Südeuropa müsste mit bis zu 60% weniger Regen rechnen. Der Meeresspiegel würde um ca. 33 cm steigen. Weitere Faktoren wie die Gletscher-Schmelze, das Schrumpfen der Eisschilde usw. wurden dabei noch nicht berücksichtigt.

Auf den ersten Blick scheinen diese Zahlen nicht allzu dramatisch. Der Blick auf die letzten rund 100-150 Jahre zeigt ein anderes Bild. Seit dem 19. Jahrhundert wird ein Ansteigen des Meeresspiegels beobachtet. Im 20. Jahrhundert stieg dabei der Meeresspiegel um ca. 17 cm. Bereits diese Erhöhung hat zur Folge, dass bereits heute verschiedene Inseln und Küstengebiete der Weltmeere akut von Überflutungen bedroht sind. Die Forscher räumen zwar ein, dass sie bei ihren Berechnungen bewusst von negativen Entwicklungen ausgegangen sind. Dennoch seien die Prognosen nicht völlig unplausibel.

Dies bestätigen auch andere Studien. So vermutete der Wissenschaftliche Beirat der deutschen Bundesregierung 2006 noch einen weit schlimmeren Anstieg der Weltmeere. Die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 könne zu einem Anstieg um 50 cm bis zu 2 Meter führen. 2

Quelle
1 NZZ vom 13.7.2011 - "Extreme Annahmen - extremer Klimawandel"
2 https://de.wikipedia.org/wiki/Meeresspiegelanstieg
1 Kommentar(e) zum Thema Extremer Klimawandel möglich
Walter Munz schreibt am Sa 13.08.2011 21:57
Der CO2 Gehalt der Athmosphäre beträgt o,o38%.
Das heisst, dass es sich um ein für die Pflanzen unentbehrliches Spurenelement handelt.
Dass ein Spurenelement dermassen Einfluss auf die Erderwärmung haben soll, ist für mich sehr fragwürdig.
Die Intensität der Sonneneinstrahlung wird von den CO2 Vertretern völlig vernachlässigt.
Zudem ist die Entstehung der "Fossilen Brennstoffe" ebenso umstritten.
Es bestehen auch Thesen, nach denen das Öl laufend im Erinneren gebildet wird.
Persönlich neige ich eher dazu, dass man dem Menschen eine CO2 Religion über den Kopf stülpen will und ihn damit manipulirbar machen .
Die bevorstehende Gewalt der Apokalypse wird kaum durch die Einwirkung der Menschen generiert.
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