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Karla Fey-Tucker - trotz Todeszelle und Hinrichtung - ein Zeugnis Gottes

Karla Faye Tucker - 1959 in Houston, Texas geboren, wurde am 3. Februar 1998 im Alter von 39 Jahren wegen zweifachen Mordes mit einer Giftspritze hingerichtet. Ihr Fall sorgte weltweit für Aufsehen. Sie war die erste Frau, die in Texas seit dem US-amerikanischen Bürgerkrieg (1854) und in den Vereinigten Staaten seit 1984 hingerichtet wurde. Sie war im Gefängnis zum Glauben an Jesus Christus gekommen und bekannte sich zu ihrer Schuld. Trozdem wurde ihr Gnadengesuch vom damaligen Gouverneur und späteren Präsidenten George W. Bush abgelehnt und die Hinrichtung vollstreckt.



(entnommen: allbestnews.com)

(entnommen: independant.co.uk)

Karla bei der Einlieferung ins Gefängnis     Karla kurz vor der Hinrichtung

1983 beschloss die damals heroinabhängige Karla gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Danny Garrett und einem Freund namens James Leibrant, das Motorrad eines Bekannten, Jerry Dean, zu stehlen. Dazu brachen sie, mit einer Spitzhacke und einer Axt bewaffnet, in die Wohnung von Jerry Dean ein. Nach ihrer eigenen Aussage und diversen Pressemitteilungen stand sie dabei unter Drogeneinfluss. Tucker ergriff eine Axt und schlug dem Opfer damit vier- bis fünfmal in den Rücken. Anschließend töteten sie und Garret die Freundin des Opfers, Deborah Thornton, die die Tat beobachtet hatte. 1984 wurde Karla zum Tod verurteilt und inhaftiert.

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Der andere begann mit einem Besuch der Gefängnis-Seelsorgerin in „Death Row“, der berüchtigten Wartehalle des Todes, 1987. Nach diesem Besuch begann Karla die Bibel zu lesen. In der Folge übergab sie ihr Leben Jesus Christus. Diese Zuwendung zu Christus führte zu einer gewaltigen Lebensveränderung  von einer vorher eiskalten, abweisenden Mörderin zu einem offenen, liebenden und positiven Menschen. Karla Faye Tucker wurde in den folgenden elf Jahren unzähligen Personen zu einem Licht und einem Zeugnis der Gnade Gottes.

Sie entschuldigte sich für ihre früheren Verbrechen. Darüber hinaus galt sie als Helferin und Freundin für die Gefängnisinsassen. Der Bruder der von ihr Ermordeten Deborah Thornton bekehrte sich aufgrund ihres Zeugnisses und wurde einer ihrer besten Freunde.

Die Medien berichtete weltweit über die anstehende Hinrichtung der ersten Frau seit langem in Amerika. Aber nicht nur die Hinrichtung - auch die besondere Ausstrahlung von Karla - bewegte selbst sonst gegenüber Christen kritische Medien. So schrieb zum Bespiel 1998 der Spiegel:

"Karla Tucker ist eine Cause célèbre geworden, vielleicht weil ihr Aussehen und ihr sanftes Wesen so gar nicht mehr an die Mörderin erinnern, die sie einmal war. "Die andere Karla gibt es nicht mehr", sagt sie, "ich bin im Gefängnis ein anderer Mensch geworden." Selbst Bruder und Schwester der Opfer haben ihr vergeben
, der bekannte Fernsehprediger Pat Robertson setzt sich für sie ein, und wie in einer Szene aus dem Rührstück hat sie vor zwei Jahren einen Gefängnisgeistlichen geheiratet - mit dem sie nur durch eine Glasscheibe getrennt sprechen kann."

(Spiegel 4/1998 - Gang über die letzte Meile)


Vor der Hinrichtung waren ihre letzten Worte:

 „Yes Sir, I would like to say to all of you, the Thornton family and Jerry Dean's family that I am so sorry. I hope God will give you peace with this. Baby, I love you. Ron, give Peggy a hug for me. Everybody has been so good to me. I love all of you very much. I'm going to be face-to-face with Jesus now. Warden Baggett, thank all of you so much. You have been so good to me. I love all of you very much. I will see you all when you get there. I will wait for you.

(„Ja Sir, ich möchte ihnen allen sagen, der Thornton-Familie und Jerry Deans Familie, dass ich es sehr bedaure. Ich hoffe, Gott wird Ihnen Frieden damit geben. Schatz, ich liebe dich. Ron, gib Peggy eine Umarmung von mir. Jeder war so gut zu mir. Ich liebe jeden von euch wirklich sehr. Ich werde nun mit Jesus von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Aufseher Baggett, ich danke dir vielmals. Du warst so gut zu mir. Ich liebe jeden von euch wirklich sehr. Ich werde euch alle dann dort sehen, wenn ihr auch kommt. Ich werde auf euch warten.“)
 
(Wikipedia - Stichwort - Karla Fey Tucker - letzte Worte)


Nachfolgend ein Interview mit Karla Fey Tucker  in drei Teilen (englisch):








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