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Quelle: Wikipedia
Weshalb erfrieren Pinguine nicht?

Kaiserpinguine schaffen es, die auf ihren Füssen liegenden Eier auch in der antarktischen Kälte, die bis zu minus 50o erreicht, auszubrüten und dabei selbst nicht zu erfrieren. Bereits frühere Beobachtungen hatten gezeigt, dass bei grosser Kälte die Pinguine zwar in engen Gruppen zusammenstehenden, bisher sah man aber das besondere Gefieder als Hauptgrund für das Überleben. Nun haben Forscher eine weitere Erklärung für das Überleben der Pinguine in grösster Kälte gefunden.




Bild von Jan Duffy, Wikipedia
hg. Der Forscher Daniel Zitterbart von der Universität Erlangen-Nürnberg hat die Tiere in der Antarktis über einen ganzen Winter beobachtet. Mit einer automatischen Kamera machte er jede Sekunde ein Bild.

Dabei stellte er fest, dass die Pinguine sich in regelrechten Wellen minimal bewegen und so die Wärme, die im Zentrum einer Pinguin-Gruppe bis zu 37o plus erreichen kann, über die ganze Gruppe verteilten.

Einen genauen Impuls für den Start einer Welle konnten die Forscher nicht entdecken. An einer Stelle der Gruppe beginnt die Welle indem sich ein Pungium ein klein wenig bewegt. Damit zwingt er seine Nachbarn auch zu einer kleinen Bewegung und das geht so fort über die ganze Gruppe.

Die Pinguine scheinen die optimale "Packungs-Dichte" gefunden haben. Stehen sie zu weit auseinander, ginge die Wärme verloren. Stehen sie zu dicht beieinander, könnten sie sich nicht mehr bewegen.

Zitterbart meinte zum erkannten Phänomen: "Dies ist ein effektives Beispiel, wie ein biologisches System ein physikalisches Problem löst." 1

Dieses koordinierte Vorgehen ist für die Pinguine überlebenswichtig.

Einmal mehr bleibt die Frage offen, wie ein solch komplexes Verhalten über viele Tiere mittels der Evolutions-Theorie erklärt werden kann. Dabei ist die Wärmeverteilung in der Gruppe nicht das einzig Spezielle welches die Kaiserpinguine, die mit 100 bis 130 cm die grössten Pinguine sind, auszeichnet.

Bevor das Weibchen das einzige Ei gelegt hat, wandern Männchen und Weiben mehrere Hundert Kilometer vom Meer ins Landesinnere. Für einen Pinguin mit seinem typischen Watschelgang bedeutet das eine ausserordentliche Leistung. Während das Männchen das Ei bebrütet, wandert das Weibchen ans Meer zurück.

Die Hauptbrutzeit der Vögel fällt ausgerechnet ist eine Zeit, die zu den unwirtlichsten auf der ganzen Erde gehört. Das Thermometer kann über längere Zeit auf Werte von unter minus 50o fallen. Über mehrere Wochen geht die Sonne nicht mehr auf. Stürme mit einer Geschwindigkeit  von bis zu 180 km/h rasen über die Pinguin-Kolonien hinweg. In den 2-3 Monaten, in denen die Männchen die Eier ausbrüten, nehmen sie keine Nahrung zu sich.

Auch die kostbaren Eier, auf welche die Pinguine in den engen Pulks achtgeben müssen, gefrieren nicht. Die Oberseite der Pinguin-Füsse, auf denen die Eier liegen, ist besonders gut durchblutet und wärmt von unten. Mit einer speziellen Bauchfalte werden die Eier von oben überdeckt.

Während das Männchen brütet, hat sich das Weibchen einen Vorrat angefressen. Wieder macht es sich auf den nicht mehr ganz so langen Weg. Der antarktische Sommer bricht an und das Packeis schmilzt schnell. Das Weibchen übergibt ca. 3 kg vorverdautes Futter an das Männchen, dass sich nun seinerseits auf den Weg ans Meer macht.

Auch die Verständigung von Männchen, Weibchen und Jungen ist sehr speziell. Sie erkennen sich gegenseitig am Ruf der Stimme und das auch Tausenden von Pinguinen, die ebenfalls sich gegenseitig zu verständigen suchen.

Das Zusammenspiel all dieser Komponenten in einer absolut unwirtlichen Welt ist ein Bespiel für die schöpferische Kreativität Gottes und eine weitere Knacknuss für die Evolutionisten.




Quelle
1 Spiegel online vom 3.6.2011 - "Mini-Bewegungen halten Pinguine warm"
Wikipedia - Stichwort "Kaiserpinguine"



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