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Weniger erdähnliche Planeten als gedacht
Die Euphorie um viele erdähnliche Planeten, auf denen sich Leben entwickelt haben könnte, ist gross. Sie erhält nun aber durch eine neue Studie einen Dämpfer. Es genüge nicht, nur zu prüfen, ob die Temperaturen auf dem Planeten Wasser in flüssiger Form zulassen, auch das Vorhandensein von Gezeiten sei in die Abklärungen miteinzubeziehen. Damit reduziert sich die mögliche Menge von erdähnlichen Planeten erheblich.

hg. Die Diskussion um erdähnliche Planeten im Universum ist vor allem für neodarwinistische Wissenschaftler von grosser Bedeutung. Einerseits wird die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass "Aliens" Leben von solchen Planeten auf unsere Erde "importiert" hätten. Andererseits erhofft man sich Aufschlüsse zur bisher immer noch ungelösten Frage, wie aus unbelebter Materie belebte Materie (=Leben) entstehen konnte. Dass diese Frage nach wie vor ungelöst ist, gab auch der bekannte Atheist und Evolutionist Richard Dawkins in einem Interview mit Ben Stein zu
(siehe Film "Expelled").

Entsprechend euphorisch wurde die Entdeckung eines "Superplaneten" im Sonnensystem von Gliese 581 gefeiert, der sich in einer Entfernung von "nur" 20 Lichtjahren befindet. Der 2007 entdeckte Planet solle eine Temperatur von 0-40 Grad aufweisen und mit Wasser und Fels bedeckt sein. Die RP-online meldete damals: "Die Suche nach ausserirdischem Leben hat jetzt ein erstes konkretes Ziel." 1

Noch letzten Oktober steigerte sich die Hoffnung um ein Vielfaches. Astronomen vermuteten, dass in jedem vierten Sonnensystem sich erdähnliche Planeten befinden könnten. Der Spiegel schrieb damals unter dem Titel "Forscher glauben an Abermilliarden erdähnliche Planeten": "Wann erspähen Astronomen endlich einen Planeten, der Leben ermöglicht? Neue Beobachtungen zeigen, dass jeder vierte sonnenähnliche Stern einen Planeten wie die Erde besitzen könnte. Ausserirdische Wesen wären demnach wohl keine Seltenheit." 2


Diese grossen Erwarten haben nun durch eine aktuelle Studie einen herben Dämpfer erhalten. Ein Astronomenteam um René Heller vom Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP) fordert in dieser nämlich, dass das Konzept "habitaler Zonen" modifiziert werden muss.

Mit "habitaler Zone" war bisher jener Bereich um eine Sonne gemeint, in der auf Planeten Wasser in flüssiger Form (das für die Entstehung von Leben unabdingbar ist) möglich wäre. 

Die Astronomen fordern nun, dass diese Anforderungen an eine "habitale Zone" erweitert werden müssen. Ob auf einem Planeten Leben entstehen kann, hänge auch wesentlich vom Vorhandensein bestimmter Gezeiten ab. Entsprechend müsse dieses Kriterium bei der Suche nach erdähnlichen Planeten miteinbezogen werden.

Das Forscherteam nennt drei Gründe, weshalb bestimmte Gezeiten (Einflüsse der Sonne und möglichen Monden auf einen Planeten) einen grossen Einfluss auf mögliches Leben haben:

1. Gemäss dem Forscherteam beinflussen die Gezeiten die "Aufrichtung der planetaren Rotationsachsen" und sind damit verantwortlich für die Jahreszeiten.  Fehlen Gezeiten,würden sich auch die Jahreszeiten nicht entwickeln und wären grosse Temperaturunterschiede zwischen Polen und Äquator die Folge. Diese Temperaturunterschiede "bewirken extreme Winde und langfristig ein Ausfrieren der Atmosphäre an den Polen und eine Evaporation am Äquator." 3

2. Als weiterer Effekt trete üblicherweise zwischen Sternen und Planeten eine starke "Gezeitenheizung" auf, was den Planeten "umfassend umbewohnbar" mache.

3. Als dritter Effekt würden Gezeiten veranlassen, dass "sich die Rotationsperiode ...langfristig der Orbitperiode nähere..." Das bedeute, "dass innerhalb eines Bahnumlaufs nur eine Eigendrehung des Planeten erfolge. In diesem Zustand wird nur noch eine Hälfte des Planeten vom Stern bestrahlt und erhitzt, während die andere in ewiger Dunkelheit ausfriert." 3

Das Astronomenteam nimmt auch Bezug auf den 2007 entdeckten Planeten im Sonnensystem Gliese 581. Ihr Fazit zu diesem bisher als erdähnlichst eingeschätzten Planeten ist: "Es dürfte auf Gl581g keine Jahreszeiten mehr geben und die Länge eines Tages auf dem Planeten wäre unter Annahme einer kreisförmigen Umlaufbahn identisch mit der Länge eines Jahres. Der Planet besässe somit kein flüssiges Oberflächenwasser und wäre höchstwahrscheinlich unbewohnbar." Weiter kommen sie zum Schluss: "Generell sieht es für Leben auf erdähnlichen Planeten in der traditionellen habitablen Zone um massearme Sterne schlecht aus, wenn wir Gezeiten berücksichtigen..." 3

Mit der Feststellung der Astronomen reduziert sich die Menge möglicher Planeten, auf denen Leben möglich wäre, radikal. Auch die Hoffnungen der atheistischen Evolutionisten auf eine Erklärung des Lebens - ohne Einbezug eines Schöpfers - sinken. Darüber hinaus wird einmal mehr deutlich, wie speziell die Konstellation zwischen Sonne, Mond und Erde ist. Im Gegenzug zeigt sich die hohe Unwahrscheinlichkeit, dass eine solche hoch komplexe Konstellation noch einmal im Universum vorkommt - auch wenn Milliarden von Sonnen vorhanden sind. Die Wahrscheinlichkeit ist ebenso klein, wie dass durch Milliarden von Jahren komplexes Leben aus dem Nichts entstanden ist.

Quelle Zitate und Bilder:
1 Rheinische Post vom 25.4.2007, "Erdähnlicher Planet entdeckt"
2 Spiegel online vom 29.10.2010
3 der Standard online vom 26.2.2011 "Der Konzept habitabler Zonen muss modifiziert werden"

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